Das Dayak-Dorf Nehes Liah Bing in Ost-Kalimantan – Ein Zentrum von Kultur und Natur im Dschungel
Ost-Kalimantan – Wehea Nature Reserve & Schnorcheln im Korallendreieck
Desa Nehes Liah Bing – Das Dorf Nehes Liah Bing, oft als Nehas Liang Bing bezeichnet, liegt im Kecamatan Muara Wahau im östlichen Kalimantan (Indonesien). Hier leben vor allem Angehörige der Dayak Wehea, einer indigenen Volksgruppe auf der Insel Borneo. Sie bewahren bis heute ihre traditionelle Lebensweise, Sprache und Werte, die tief mit der Natur und der Gemeinschaft verbunden sind.
Ein Dorf mit starker kultureller Identität
Nehes Liah Bing gehört zu den mehreren Dörfern, in denen die Dayak Wehea sesshaft sind. Der Name selbst spiegelt die enge Beziehung zwischen Mensch und Umgebung wider: „Nehes“ bedeutet in der lokalen Sprache „weißer Sand“ – ein Hinweis auf die Uferlandschaften entlang des Wehea-Flusses –, während der Rest des Namens auf lokale Ahnen oder Personennamen verweist.
Die Dayak Wehea sprechen einen Dialekt des Dayak Modang, einer regionalen Sprache, die zu den austronesischen Sprachen Borneos gehört. Diese Sprache trägt dazu bei, kulturelles Wissen und traditionelle Erzählungen von Generation zu Generation zu übermitteln.
Traditionen und Feste – Lom Plai und rituelle Bräuche
Eines der zentralen kulturellen Ereignisse in Nehes Liah Bing ist die Pesta Adat Lom Plai, ein traditionelles Erntedankfest, das jährlich gefeiert wird. Es ist nicht nur ein Festtag, sondern ein tief verwurzelter Ritus, der Dankbarkeit für eine gute Ernte, den Schutz der Gemeinschaft und den engen Bezug zur Natur zum Ausdruck bringt. Die Feierlichkeiten dauern mehrere Tage und umfassen Rituale wie Tiaq Diaq Jengea (Ritual am Wehea-Flussufer), traditionelle Tänze wie Hudoq, Wettbewerbe am Wasser (Plaq Saey), Kriegsspiel-Darstellungen (Seksiang) und Reinigungsrituale wie Pengsaq Pang Tung Eleang.
Die Bedeutung dieser Traditionen geht über reine Festlichkeiten hinaus: Sie sind Ausdruck einer ganzheitlichen Kosmologie, in der Landwirtschaft, Ahnenverehrung, sozialer Zusammenhalt und Naturverbundenheit untrennbar miteinander verbunden sind.
Natur und Nachhaltigkeit – Wehea-Wald und traditionelle Ökologie
Die Bewohner von Nehes Liah Bing sind nicht nur Hüter ihrer Kultur, sondern auch engagierte Bewahrer eines der wertvollsten Naturgebiete Ostkalimantans: des Wehea-Walds. Dieses Gebiet ist reich an Biodiversität, mit zahlreichen Tier- und Pflanzenarten, die zum kulturellen und ökologischen Reichtum der Region beitragen. Die Gemeinschaft beteiligt sich aktiv an Bildungs- und Schutzprogrammen, die nicht nur den Wald schützen, sondern auch das traditionelle ethnobotanische Wissen über medizinische Pflanzen weitergeben
Diese Bemühungen haben sogar international Anerkennung gefunden – so wurde die Gemeinschaft für ihren Beitrag zum Umweltschutz mit dem Kalpataru-Preis ausgezeichnet, einen hohen indonesischen Umweltpreis.
Einzigartige Artenvielfalt im Wehea Nature Reserve
Ost-Kalimantan – Wehea Nature Reserve & Schnorcheln im Korallendreieck
Der Wehea-Wald im Osten Kalimantan (Indonesien) gehört zu den biologisch reichsten Landschaften auf der Insel Borneo.
Er bildet zusammen mit dem benachbarten Wehea-Kelay-Landscape einen großflächigen, mosaic-artigen Naturraum, der nicht nur für lokale Gemeinschaften, sondern für die gesamte Naturvielfalt der Region von großer Bedeutung ist.
Überblick über die Biodiversität:
Flora – Pflanzenreichtum
Die Wälder von Wehea enthalten hundert bis mehrere hundert Pflanzenarten, darunter zahlreiche Baumarten aus tropischen Regenwaldfamilien wie Dipterocarpaceae, Annonaceae und Lauraceae.
Studien zeigen, dass es im Wehea-Kelay-Landschaftsraum über 700 Pflanzenarten gibt, von denen viele essenziell für lokale Tiere und traditionelle Nutzungen sind.
Mehr als 200 Pflanzenarten wurden als Nahrung für Orang-Utans identifiziert – ein Hinweis darauf, wie tief verflochten Pflanzen und Tiere im Ökosystem dieses Waldes sind.
Fauna – vom Orang-Utan bis zum Hornvogel:
Der Wehea-Wald ist für seine vielfältigen Tierarten besonders bekannt:
Bornean Orangutan (Pongo pygmaeus morio): Einer der ikonischsten Bewohner. Schätzungen zufolge leben hier mehrere hundert Individuen, was einen bedeutenden Anteil der Gesamtpopulation in Ost-Kalimantan ausmacht.
Miller’s Langur und weitere seltene Affenarten belegen die Bedeutung des Waldes als Schutzgebiet für stark gefährdete Primaten.
Clouded Leopard (Neofelis diardi), Sunda-Pangolin (Manis javanica), Sun Bear (Helarctos malayanus) und Kutai-Langur (Presbytis canicrus) zählen zu weiteren bedrohten Säugetieren, die im Wehea-Kelay-Landschaftsraum bestätigt wurden.
Mindestens rund 270 Vogelarten wurden dokumentiert, darunter viele geschützte oder gefährdete Arten wie der Helmeted Hornbill (Rhinoplax vigil).
Über 110 Arten von Reptilien und Amphibien sind bekannt, ein Zeichen für ein intaktes, vielfältiges Ökosystem, das Schlangen, Echsen, Frösche und Molche beherbergt.
Der Wehea-Wald spielt nicht nur eine Rolle als Tierschutzgebiet, sondern auch für:
Wasserspeicherung und -versorgung: Er ist Teil wichtiger Wassereinzugsgebiete wie für den Wehea- und Long-Gi-Fluss, die lokale Gemeinden versorgen.
Kohlenstoffspeicherung und Klimaschutz: Waldökosysteme dieser Größe halten erhebliche Mengen Kohlenstoff, was zur Abschwächung des Klimawandels beiträgt.
Derawan Island – Weltklasse Schnorcheln & Tauchen im Korallendreieck
Ost-Kalimantan – Wehea Nature Reserve & Schnorcheln im Korallendreieck
Derawan Island (Pulau Derawan) liegt vor der Nordostküste von Ost-Kalimantan in Indonesien und gehört zum Derawan-Archipel in der Sulawesi-See.
Die Insel ist bekannt für ihre weißen Sandstrände, ihr kristallklares Wasser und ihre außergewöhnliche Unterwasserwelt.
Derawan ist ein wahres Paradies für Taucher und Schnorchler. Die Gewässer rund um die Insel zählen zu den artenreichsten Meeresgebieten der Welt.
Hier findet Sie bunte Korallenriffe, Meeresschildkröten (häufige Sichtungen von Grünen Meeresschildkröten), Mantarochen, Riffhaie & Tausende tropische Fischarten.
In der Nähe liegt auch der berühmte Quallen-See auf Kakaban, in dem man mit nahezu ungiftigen Quallen schwimmen kann – ein weltweit seltenes Naturphänomen.
Die Insel selbst ist klein und ruhig. Holzhäuser stehen oft direkt über dem Wasser auf Stelzen. Derawan ist weniger touristisch erschlossen als zum Beispiel viele Orte auf Bali, was der Insel eine entspannte, authentische Atmosphäre verleiht. Besonders beeindruckend sind die Sonnenuntergänge über der Sulawesi-See.
Meeresschildkröten-Hotspot Sangalaki Island
Ost-Kalimantan – Wehea Nature Reserve & Schnorcheln im Korallendreieck
Sangalaki Island (Pulau Sangalaki) ist eine kleine tropische Insel im Derawan-Archipel vor der Küste von Ost-Kalimantan. Sie liegt in der Sulawesi-See und ist weltweit bekannt für ihre spektakulären Tauchplätze und ihre große Population an Mantarochen.
Sangalaki zählt zu den besten Tauchgebieten Indonesiens. Besonders berühmt ist die Insel für Große Korallenriffe mit außergewöhnlicher Artenvielfalt, wie Riffhaie & Meeresschildkröten
Vor allem Mantarochen (Manta Rays) können hier ganzjährig beobachtet werden.
Die Strömung rund um die Insel bringt nährstoffreiches Wasser, was ideale Bedingungen für Großfische schafft. Deshalb ist Sangalaki besonders bei erfahrenen Tauchern beliebt.
Sangalaki ist einer der wichtigsten Nistplätze für Meeresschildkröten in Indonesien. Nachts kommen die Weibchen an den Strand, um ihre Eier im Sand abzulegen. Der Schutz dieser Tiere hat hohe Priorität, und Teile der Insel stehen unter Naturschutz.
Die Insel ist klein, flach und von weißem Sandstrand umgeben. Es gibt nur ein kleines Resort, was Sangalaki zu einem sehr ruhigen und exklusiven Reiseziel macht. Massentourismus gibt es hier kaum – Naturerlebnis steht im Mittelpunkt.
Naturphänomen – Quallen-See auf Pulau Kakaban
Ost-Kalimantan – Wehea Nature Reserve & Schnorcheln im Korallendreieck
Kakaban Island (Pulau Kakaban) ist eine unbewohnte Insel im Derawan-Archipel vor der Küste von Ost-Kalimantan.
Sie liegt in der Sulawesi-See und ist weltweit berühmt für ihren einzigartigen Quallensee – ein seltenes Naturphänomen.
Das absolute Highlight von Kakaban ist der „Jellyfish Lake“, ein abgeschlossener Salzwassersee im Inneren der Insel. Dort leben Millionen von Quallen, die sich über Jahrtausende ohne natürliche Fressfeinde entwickelt haben.
Die Quallen sind nahezu ungiftig und Besucher dürfen mit ihnen schnorcheln
Es gibt mehrere Quallenarten im See.
Solche Seen existieren weltweit nur an wenigen Orten, was Kakaban zu einem außergewöhnlichen Reiseziel macht.
Auch die Tauchplätze außerhalb des Sees sind spektakulär.
Steilwände („Drop-offs“), starke Strömungen und nährstoffreiches Wasser sorgen für eine beeindruckende Artenvielfalt an Barrakudaschwärmen, Riffhaie, Meeresschildkröten & bunte Korallenriffe
Pualau Kakaban ist dicht bewaldet und von steilen Kalksteinfelsen umgeben. Holztreppen führen vom Bootsanleger hinauf zum Quallensee. Die Insel selbst ist nicht dauerhaft bewohnt und steht unter Naturschutz.










